Tierschutz-Fahrt nach Miskolc in Ungarn (08.08 - 10.08.2008)

Bericht von Jasmin Arets

Für mich war es das erste große Ereignis im Tierschutz, schon Wochen vorher hatte ich mich auf den 08.08.2008 gefreut und war dementsprechend aufgeregt, die Nacht vor der Fahrt habe ich kaum ein Auge zu bekommen.
Bis jetzt hatte ich ja nur für den Tierschutz mal ein paar Weihnachtskarten gebastelt, Kuchen gebacken und ab und zu Hunde aus dem Tierheim ausgeführt und nun war ich mitten drin.

Um 6:45 wurde ich an der Autobahn abgeholt. Claudia und Margit hatten schon 2 Stunden Fahrt hinter sich. Nach einer guten Stunde haben wir uns mit Stefan und Thomas in Medenbach getroffen um 600 kg Futter einzuladen.
Dann ging es eigentlich problemlos weiter, dem morgendlichen Berufsverkehr entkamen wir zum Glück.
Nach ein paar 100 km gab es einen Unfall mit einem LKW, der seine Ladung mit Toastbrot verloren hatte, dieses hätten wir ja eigentlich auch mitnehmen können für die Hunde.
Kurz hinter der Österreichischen Grenzen standen wir dann eine Stunde lang im Stau, wir hielten kurz an einem Parkplatz und zeigten einem Mann, wie er für seinen Kühler aus der Toilette Wasser bekam und dann ging es weiter.
Wir hatten uns wirklich viel zu erzählen und Claudia und Margit bereiteten mich schon ein wenig auf den Zustand im Tierheim vor, so dass die 18 Stunden lange Fahrt wie im Flug verging.

In Miskolc angekommen hatten wir Probleme unser Hotel zu finden, wir klingelten Nina aus dem Bett und sie hat uns am Telefon erklärt wie wir zum Hotel kommen. Dort angekommen stand schon kalte Pizza für uns bereit. Jeder aß ein kleines Stück und dann fielen wir kaputt ins Bett.

Tierheim in Osteuropa Tierheim in Miskolc/Ungarn

Nach dem Frühstück holte uns Nina ab und wir fuhren zu Ihrem Büro, dort war auch der kleine Alim der auch mit uns zu seiner Schwester Mila fuhr. Wir fuhren los in Richtung Tierheim und die Stadt bzw. auch die Menschen erweckten in keinster Weise den Eindruck, dass dort so ein Elend herrscht und manche Tiere wirklich gequält werden. Am Tierheim angekommen warteten schon eine Menge Helfer auf uns und wir luden alle Sachen aus und fingen schon an einige Boxen aufzubauen.
Ich musste mich zwischendurch einfach immer wieder "entfernen" um mir die tollen Hunde anzuschauen und Streicheleinheiten und vor allen Dingen Leckerchen zu verteilen.
Es sitzen dort so viele tolle hübsche und liebe Hunde in den Zwingrn und manche liegen einfach nur in ihren Hütten, schauen einen an, als ob sie fragen wollten: "Wann nehmt ihr mich denn mit?".

Hundezwinger im ungarischen Tierheim Kettenhunde im osteuropäischen Ausland

In dem Heim herrschen wirklich katastrophale Zustände, kein richtiges Dach über dem Kopf, kein fliessendes Wasser, ein Plumpsklo und nur ein Stromgenerator. Natürlich ist das alles besser für die Hunde als das sie irgendwo geschlagen, getreten oder beschossen werden.
Der Anblick des Quarantäne-Containers war wirklich traurig, dort war ein Jagdhund der von einer Beisserei eine riesige Wunde am Rücken hatte und lag dort mit seinem OP-Trichter in seinem Kot und konnte sich kaum bewegen. Auch viele Welpen wurden dort aufgepeppelt und Zabu, bei dem noch nicht klar war, ob wir Platz für ihn hatten, aber der Platz wurde schnell geschaffen.

Notfall-Station im Tierheim in Ungarn Hund in Ungarn im Tierheim

Immer wieder gingen wir zu den Hunden und verteilten Streicheleinheiten.
Gegen 16:00 Uhr waren dann alle Pässe an den Transportboxen und wir machten uns auf dem Weg zu unserem Hotel um noch 2 Stündchen zu schlafen.

Tierheim in Miskolc/Ungarn Tierheim im osteuropäischen Ausland

Um 21:00 Uhr fuhren wir zum Tierheim um so schnell wie möglich die Hunde in ihre Boxen zu laden. Es war eine unheimliche Atmosphäre, es war dunkel und alle Hunde waren aufgeregt und bellten. Zum Glück hat das Verladen reibungslos funktioniert, so dass wir pünktlich um 22:00 Uhr losfahren konnten.
Wir fuhren los über einen Feldweg mit unendlich vielen Schlaglöchern und jede Box war noch an ihrem Ort, also mussten wir uns auch keine Sorgen machen, dass auf der Autobahn etwas verrutschen könnte.

Immer wieder gingen wir zu den Hunden und verteilten Streicheleinheiten.
Gegen 16:00 Uhr waren dann alle Pässe an den Transportboxen und wir machten uns auf dem Weg zu unserem Hotel um noch 2 Stündchen zu schlafen.

Tierhelfer beim Beladen des Transporters Tierschutz-Transporter

Kurz vor Budapest trafen wir uns noch mit Imre und Gizi und luden Ihre 3 Hunde und 2 Katzen ein.
Nun konnte es wirklich mit allen 4- und 3-Beinern losgehen, hatten wir uns so gedacht, wir fuhren einfach mal kurz hinter Budapest auf die falsche Autobahn, dank der Schilder und landeten dann kurz vor dem Plattensee. Wir nahmen eine "Abkürzung" über eine Bundesstrasse und kamen dann auf der richtigen Autobahn an.
Die Übergaben waren sehr bewegend, vor allem die von Gusti, auf die ich mich schon die ganze Zeit gefreut hatte. Er hätte fast in Ungarn bleiben müssen weil seine Pflegestelle kurz vorher abgesagt hatte, aber zum Glück wurden schnell eine neue Pflegestelle und vielleicht sogar ein Endzuhause gefunden.
Jedem Stau entkommen, sind wir dann fast ganz pünktlich um 15:30 Uhr an der Oligser Heide mit den restlichen 11 Hunden und 2 Katzen angekommen.

Für mich war es eine sehr emotionale Fahrt, die ich immer wieder machen würde.

Es gibt hier in Deutschland einige Menschen, die mich gefragt haben, wieso die Tiere aus dem Ausland geholt werden und ich kann dazu wirklich nur sagen, dass die Tiere nichts dafür können, dass sie im Ausland geboren sind, wo es noch einige dumme Menschen gibt die den Tieren so etwas antun… Wir sind doch EINE Welt, die Tiere kennen keine Grenzen und warum soll man sie nicht dahin holen wo es ihnen ein bisschen besser geht, auch wenn es erst mal nur in ein deutsches Tierheim ist.

Jasmin