Aktivitäten
Eröffnung des neuen Tierheims in Miskolc
Bericht von Angelika Paprotny
Am Freitag sollte unsere Reise starten, im wahrsten Sinne des Wortes - denn wir wollten zur Tierheimeröffnung fliegen. Wir, das waren Birgit, Petra, Sandra, Elisabeth und ich. Wir trafen uns am Nachmittag am Flughafen Düsseldorf und sind fast pünktlich in Richtung Budapest abgeflogen. Für Elisabeth und mich war es die erste Reise überhaupt nach Miskolc und wir waren doch sehr gespannt und auch etwas unruhig auf das was uns dort erwarten würde. Nach einem ruhigen Flug sind wir mit etwas Verspätung in Budapest gelandet und von dort ging unsere Reise mit dem Auto weiter bis Miskolc, wir hatten noch ca. 180 km vor uns, aber auch das haben wir geschafft und sind dann ziemlich müde gegen 22.30 Uhr an unserem Hotel angekommen. Kurz vorher hatte sich Nina noch gemeldet und mitgeteilt das sie uns am nächsten Morgen um 8.00 Uhr abholt. Da wir also nur eine kurze Nacht vor uns hatten beschlossen wir auch gleich schlafen zu gehen.
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Am nächsten Morgen nach dem Frühstück ging es dann los. Petra hatte uns ja schon sicher zum Hotel gebracht und bretterte auch jetzt hinter Nina her. Es ging quer durch Miskolc ans andere Ende der Stadt zum neuen Tierheim.
Von Weitem sahen wir schon das Dach des Zwingergebäudes leuchten und waren riesig gespannt auf das was wir zu sehen bekommen würden.
Als wir durch das Tor kamen blickten wir direkt erstmal auf das Schild auf dem auch das Logo von Canifair zu sehen war.
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Das Haupgebäude lag vor uns und wir waren begeistert, es bietet ausreichend Platz, Lagerräume, Kochstation, Behandlungsraum mit OP Tisch und Lampe, Badestation und Krankenboxen - alles da.
Auch die 10 Quarantänezwinger befinden sich am Hauptgebäude.
Das Zwingerhaus liegt nur wenige Meter vom Haupthaus entfernt und zog uns natürlich magisch an. Nachdem wir im Haupthaus alles begutachtet hatten waren wir auch ziemlich schnell dort.
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Das Zwingerhaus sah riesig aus und wir wollten natürlich sehen wie die Hunde dort untergebracht sind. Es sind geräumige Zwinger, allerdings im Grossen und Ganzen ringsrum ziemlich offen, im Sommer wenn der Wind durch geht sicher angenehm, aber man muss abwarten wie es im Winter wird. Aber erstmal sind sie vor dem Regen geschützt und müssen bei Nässe nicht mehr im Schlamm stehen. Die Zwinger sind durch eine Betonwand und Gitter von einander getrennt und in jedem Zwinger steht auf einem Podest eine Hütte mit 2-3 Boxen.
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Ja und dann standen wir endlich vor den Hunden und konnten unsere mitgebrachten Leckerchen verteilen, gut das man ringsherum gehen konnte so wurde keiner der Fellnasen vergessen. Jeder von uns hatte so seinen Favoriten und machte jede Menge Fotos. Mir hatte es die Steff Hündin Assia angetan, sie war am Anfang etwas ängstlich, kam dann aber doch um mir zaghaft und ganz sanft das Leckerchen aus der Hand zu nehmen.
Man kann nur hoffen das sie bald das Glück hat und vielleicht in das angrenzende Ausland vermittelt wird denn nach Deutschland darf sie ja leider nicht einreisen.
Aber auch für die vielen anderen tollen Hunde wünscht man sich ein Zuhause mit Familenanschluss, alle sind super lieb, haben ganz vorsichtig die Leckerchen genommen.
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Die kleine Viszlarhündin liegt mir sehr am Herzen, sie hat einen Leistenbruch und muss noch operiert werden und wird hoffentlich danach bald ein tolles Zuhause finden.
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Moris, Axel, Roland, der blinde Kenez und, und, und... warten noch immer, es sind so tolle Hunde. Kenez nimmt ganz vorsichtig die Leckerchen und genießt sie dann richtig.
Den besten Platz an diesem Tage hatte der Hund in der Nähe des Tores - soviele Leckerchen und Streicheleinheiten hat er bestimmt noch nie bekommen.
Während wir unsere Leckerchen verteilten wurde vor dem Haupthaus alles für die Eröffnung vorbereitet. Im Zelt wurde ein Buffet aufgebaut und davor Bänke aufgestellt.
Bevor der 2. Bürgermeister von Miskolc eine kurze Rede gehalten hat, hat Ninas Sohn ein Gedicht vorgetragen. Auch von Nina wurden alle Gäste noch herzlich begrüßt, viel haben wir davon nicht verstanden, denn der "Dolmetscher" hat nicht wirklich viel übersetzt. Leider war das Interesse an der Eröffnung nicht gerade üppig und es waren nur wenige Gäste da - in Deutschland kaum vorstellbar. Dann folgte eine Führung durchs Tierheim und die Vorführung eines Hundevereins aus Miskolc.
Mit einiger Verspätung kamen dann auch Stefan Lühr, Inka und Simone an, ihr Navi hatte sich entschlossen die Autobahn zu meiden und ihnen zu zeigen das man auch über Feldwege ans Ziel kommen kann, zum Glück haben sie das dann doch noch bemerkt.
Nachdem sich die meisten der Besucher wieder verabschiedet hatte und etwas Ruhe eingekehrt war konnten wir unsere Geschenke übergeben, neben der Collage, dem Gläsern mit Hundeleckerchen und Leckerchen für Besucher und Mitarbeiter hatten wir auch ein Fotoalbum von Margit im Gepäck. Alle unsere Mitbringsel wurden begeistert aufgenommen und es kullerte die ein oder andere Träne.
Danach sind wir dann zum alten Tierheim gefahren, denn im Moment sind nur 37 Hunde im neuen Tierheim und noch immer über 100 Hunde dort oben. Als wir dort ankamen und ich die alten Zwinger und zerstörten Gebäude gesehen habe war ich entsetzt, es ist viel schlimmer als auf den Fotos zu erkennen ist. Bei dem Anblick kann man nur hoffen das bald ausreichend Geld zu Verfügung steht damit so schnell es geht der Bau des zweiten Zwingerhauses in Angriff genommen werden kann.
Die meisten der Hunde haben die Streicheleinheiten genossen, andere haben lieber die Leckerchen genommen. Am liebsten möchte man sie alle mitnehmen.
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Bei diesem kleinen Kerl, der einen Tag zuvor ins Tierheim gekommen ist, hat es mich, als Dackelfan, fast zerrissen. Leider ist es ein Rüde, unser Toby mag keine Rüden - sonst wäre das der nächste Pflegi gewesen. Ich hoffe sehr das sich für den kleinen Kerl bald ein Plätzchen findet.
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Für Rambo Roberto findet sich sicher auch irgendwann ein Plätzchen bei Leuten mit Hundeverstand, die mit seiner Macke umgehen können, denn das es auch anderst geht hat er uns ja gezeigt. Ich wünsche es ihm sehr.
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Nachdem wir alle Leckerchen verteilt hatten wurde es für uns Zeit zum Hotel zu fahren denn am Abend waren wir zum Essen eingeladen - was wir alle nicht wussten - es war eine kleine Gala mit etlichen Gästen. Angela hat uns um 18 Uhr abgeholt und zu dem Gebäude gefahren in den das Ganze statt fand. Da ahnten wir ja noch nichts - als wir dann rein kamen war das schon anderst - mit einem Blick haben wir festgestellt das wir doch recht unpassend angezogen waren - aber da mussten wir durch. Es wurde dann doch ein recht entspannter und angenehmer Abend.
Da wir am anderen Morgen früh aufstehen mussten um pünktlich am Flughafen zu sein haben wir uns gegen 21.30 Uhr verabschiedet.
Pünktlich um 5.00 Uhr ging es am anderen Morgen los, Petra musste fahren und wir konnten unseren Gedanken nachhängen. Es ist schon viel geschafft, aber bis das Tierheim einmal endgültig fertig sein wird werden wohl noch Jahre vergehen.
Um 11.00 Uhr sind wir dann alle wieder mit 4 kleinen und 1 grossen Koffer in Düsseldorf gelandet. Zu Haus wurden wir sehnsüchtig erwartet und freudig begrüsst - nicht nur von unseren Hunden.
Für mich war das eine ganz tolle Erfahrung und ich werde sicher noch einige Zeit brauchen um die Eindrücke die ich mitgebracht habe zu verarbeiten - es war anstrengend aber sehr schön.
Angelika Paprotny
27.04.2010
Bericht von Elisabeth Jakat
Auch ich bin mit gemischten Gefühlen nach Ungarn geflogen. War total neugierig, was das neue Tierheim betrifft, hatte aber auch Angst, dass alte Tierheim zu sehen. Mit diesen Gefühlen ging es Richtung Miskolc. Über Flug, Ankunft und Eröffnung des neuen Tierheims hat Angelika ja schon berichtet. Wie das neue Tierheim aussieht, hat Angelika ja auch schon beschrieben. Ich konnte es kaum erwarten zu den Hunden zu kommen und sie zu streicheln und mit Leckerlis zu füttern. Dazu hatte ich extra einen GROßEN KOFFER mitgenommen. Die ganzen Leckerlis mussten ja darin Platz finden.
Da standen wir nun vor den Zwingern, mit einem dicken Kloß im Hals. Es sind so tolle und hübsche Hunde, man weiß gar nicht wo man anfangen soll. Manche blieben einfach nur sitzen, abwartend mit einem traurigen Blick, andere sprangen an den Gittern hoch und konnten es kaum abwarten gekrault zu werden oder mit Leckerlis gefüttert zu werden.
So gegen 15.00 Uhr ging es in Richtung altes Tierheim. Wir haben die Bilder von dem alten Tierheim gesehen, aber vor Ort fehlten mir die Worte.
Die Hunde sind jeder Witterung ausgesetzt und haben kaum Schutz. Unter was für Bedingungen die Tiere da leben und die Helfer dort arbeiten, ist unvorstellbar. Was mir aufgefallen ist, mit wieviel Liebe die Mitarbeiter die Hunde behandeln.
Die Hunde freuen sich, wenn sie Ihre Leute sehen. Ich hoffe das bald alle Hunde umziehen können. Wir haben schon soviel mit eurer Hilfe geschafft, und ich bin mir sicher, dass wir das Aussengelände und das zweite Zwingergebäude auch noch schaffen.
Danke.
Wir haben unzählige Hunde gekrault und gefüttert. Man möchte gar nicht mehr gehen, aber irgendwann waren die Leckerlis leer und wir mußten zurück ins Hotel. Das Erlebte ließ uns lange nicht einschlafen. Ich freue mich für jeden Hund, der es schafft ein Zuhause zu finden. Ich möchte mich bei dem ungarischen Team bedanken, dass uns so nett empfangen hat.
HIER gibt es noch weitere Bilder von der Tierheimeröffnung.
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